Habe am Wochende Fotos sortiert. Jahrgang 2007 und 2009. Ist ganz unglaublich die Fotos nach einiger Zeit mit etwas Abstand anzuschauen. So tolle Sachen sind da dabei. Und immer noch: ich vermisse die Deggendorfer Hügel. Irgendwie. Aber genervt hat es mich auch - immer und ewig das gleiche und mit ansehen müssen, wie Bäume gefällt werden und alles immer weiter zugebaut wird. Trotzdem fehlt mir hier noch ein Platz für die ultimative Glückseligkeit. Oder - es ist wahrscheinlich was inneres.
Untersuche ja gerade den Druck, dem ich mich aussetze, bzw. den ich mir natürlich immer und aller Orten selber mache. Das ist schon gewaltig. Die Erwartungen an mich selbst.
Kann ja mal prophzeihen, dass die neue Generation von Ratgeberbüchern mehr in die Richtung geht: weg vom Mythos des alles-Machbaren hin zum Zufriedensein mit dem Hier und Jetzt. Sonst werden wir noch alle damisch, vor allem ich.
Der Mythos des alles-Machbaren, siehe Bücher wie "The Secret" usw. macht Hoffnung einerseits, es ist auch klar, dass die Welt so ist, wie ich sie mir denke. Die ganze Denkrichtung geht davon aus, dass in uns etwas größeres steckt, als wir schon sind, und wir eben ewig hinterhergeiern, dass wir und ständig verbessern und mehr, weiter, höher... also mich stresst das ungemein. Schlank, erfolgreich, kreativ, gesund und - ha - in einer super liebe- und verständnisvollen beziehung lebend.
Gut - die Welt ist so wie ich sie mir denke. Das hat aber nichts mit Allmacht zu tun, sondern nur damit, dass ich die Wahl habe, wie ich mit dem was mir passiert umgehe. Natürlich kann ich auch etwas erreichen, etwas bewegen. Aber muss es immer "Erfolg" sein? Kann es nicht auch einfach sein, dass es mir z.B. gelingt ein Wochenende in Glück und Zufriedenheit auf meiner Couch vor mich hin zu gammeln - ohne schlechtes Gewissen.
Was ist mit dem viel gerühmten "Potential", dass ich leben sollte? Das in mir steckt und gelebt werden will? Alles Schwachsinn. Im Grunde kann ich doch machen was ich will, ich kann ein Instrument lernen, zeichnen lernen, was weiß ich noch alles. Aber wozu? Damit ich meinen Bauplan erfülle? Es gibt diesen Bauplan nicht. Wir entwerfen und ständig neu, und das wichtigste ist, dass es uns gut geht, so gut wie möglich mit dem, was da ist.