Mittwoch, Juni 23, 2010

vollkommen

Hatte vollkommenen gesundheitlich-seelischen Durchhänger. Erst wieder gut seit dem Moment, als ich mich entschieden habe, ins Olympiastadion zum Public Viewing Deutschland-Ghana zu fahren. Komisch. Schee wars. Sonntag mach ich das wieder. Die Vuvuzelas sind mir auch schnuppe, schließlich bin ich mit äußerst lauter Musik groß bzw alt geworden.



Und: bin Fan von Stieg Larsson geworden. Seine Bücher Verblendung, Verdammnis, Vergebung sind wohl schon längere Zeit und Bestseller, auch schon verfilmt. Naja, Krimi. Dachte ich. Ich les zwar viel, aber ehr weniger Romane und noch weniger Krimis. Aber er - aber Hallo. Feministisch - Gesellschaftskritisch - locker geschrieben - spannend. Ja - ist auch so mein Ding. Faschisten, Frauenhasser, Großindustrielle, die Heldin eine asoziale Punkerin, Hackerin, Lesbe, hochintelligent. Fantastisch.



Leider lebt er nicht mehr. Mit 50 Herzinfarkt. Feminismus ist in Schweden auch ein wenig gesellschaftsfähiger als bei uns. Wieso eigentlich?

Freitag, Juni 18, 2010

krank

Mein inneres Notbremsen-System funktioniert hervorragend. Überlast-Schalter legte sich um, ich hatte Schmerzen im ganzen Körper - in den Knochen, eine Sprache die verstehe - und ließ mich krank schreiben. Mein Arzt verschrieb mir ein Mittel das bei ihm immer gut hilft (!), ein Schmerzmittel für Extremfälle, bei Krebs und so. Bei mir wirkte es Null. Dafür vertraue ich meinen eigenen Kräften und werde wieder.



Kaum 2 Tage zu Hause und Aussicht auf mehr - nächste Woche habe ich Urlaub - und mein natürlicher Rhythmus greift: wach bis 3:30, schlaf bis 11:00. Ich bewundere mich zutiefst für 10 Jahre am Stück brav in die Arbeit gehen.



Hatte einen seltsamen Traum: machte mit FreundInnen Levitation. Bei einem Mal schnitt ich einen Stahlträger mit aus, den ich nicht landen konnte ohne uns zu töten, da er genau über uns schwebte und bei der Landung auf uns gefallen wäre. Ich musste ihn weiter fliegen lassen. Machte mir Sorgen, da er so unbeaufsichtigt rumfliegt, und doch Flugzeuge durchschlagen kann, also Leben zu Schaden kommen könnte. Versuche das Problem zu lösen. Die Kollegen in der Arbeit sind keine Hilfe, nicht bereit Verantwortung zu übernehmen oder sich einzusetzen. Kann auch den Stahlträger nicht irgendwo landen, da sonst die Presse davon erfährt (ich schau grad Akte X - merkt man das?). Finde ein entsprechendes Gelände - das Stück Land, das der Familie meines Exmannes gehört in Eggstätt. Schwierigkeit ist auch den Stahlträger zu lokalisieren, da er ja einfach weitergeflogen ist. Kenne die Formel nicht. Arbeitskollege, der die Formel kennen sollte, stellt sich blöd. Szenenwechsel: ich bin mit mehreren Frauen in Luisas Wohnung. Sie tragen den Stahlträger gemeinsam ins Göttinnenzimmer.

Mittwoch, Juni 09, 2010

schuhe

Du liebe Zeit - wie machen das die anderen Frauen? Gestern hatte ich Sandalen an mit einem klitzkleinen Absatz - so 4 cm. Es ist Hölle. Es ist unbequem und ich laufe wie eine Idiotin - total unnatürlich.

Jetzt frage ich mich - wie machen das die anderen Frauen? Das kann doch nicht bequem sein? Ich kenne Frauen, die nicht mehr mit flachen Schuhen gehen können. Was ist dass denn? Lotusfüßchen-Methode?

Als Kind-Jugendliche wollte ich unbedingt ein Junge sein. Soviel dazu. Und zur Gender-Diskussion: Ich bin gerne weiblich, aber tiefen-weiblich mit Menstruationsblut, Spucke und Knochen. Mit dem Schicki-Micki-Weibchen-Zeug könnt ihr mir gehen.

Montag, Juni 07, 2010

ordnen

Habe am Wochende Fotos sortiert. Jahrgang 2007 und 2009. Ist ganz unglaublich die Fotos nach einiger Zeit mit etwas Abstand anzuschauen. So tolle Sachen sind da dabei. Und immer noch: ich vermisse die Deggendorfer Hügel. Irgendwie. Aber genervt hat es mich auch - immer und ewig das gleiche und mit ansehen müssen, wie Bäume gefällt werden und alles immer weiter zugebaut wird. Trotzdem fehlt mir hier noch ein Platz für die ultimative Glückseligkeit. Oder - es ist wahrscheinlich was inneres.



Untersuche ja gerade den Druck, dem ich mich aussetze, bzw. den ich mir natürlich immer und aller Orten selber mache. Das ist schon gewaltig. Die Erwartungen an mich selbst.

Kann ja mal prophzeihen, dass die neue Generation von Ratgeberbüchern mehr in die Richtung geht: weg vom Mythos des alles-Machbaren hin zum Zufriedensein mit dem Hier und Jetzt. Sonst werden wir noch alle damisch, vor allem ich.

Der Mythos des alles-Machbaren, siehe Bücher wie "The Secret" usw. macht Hoffnung einerseits, es ist auch klar, dass die Welt so ist, wie ich sie mir denke. Die ganze Denkrichtung geht davon aus, dass in uns etwas größeres steckt, als wir schon sind, und wir eben ewig hinterhergeiern, dass wir und ständig verbessern und mehr, weiter, höher... also mich stresst das ungemein. Schlank, erfolgreich, kreativ, gesund und - ha - in einer super liebe- und verständnisvollen beziehung lebend.



Gut - die Welt ist so wie ich sie mir denke. Das hat aber nichts mit Allmacht zu tun, sondern nur damit, dass ich die Wahl habe, wie ich mit dem was mir passiert umgehe. Natürlich kann ich auch etwas erreichen, etwas bewegen. Aber muss es immer "Erfolg" sein? Kann es nicht auch einfach sein, dass es mir z.B. gelingt ein Wochenende in Glück und Zufriedenheit auf meiner Couch vor mich hin zu gammeln - ohne schlechtes Gewissen.

Was ist mit dem viel gerühmten "Potential", dass ich leben sollte? Das in mir steckt und gelebt werden will? Alles Schwachsinn. Im Grunde kann ich doch machen was ich will, ich kann ein Instrument lernen, zeichnen lernen, was weiß ich noch alles. Aber wozu? Damit ich meinen Bauplan erfülle? Es gibt diesen Bauplan nicht. Wir entwerfen und ständig neu, und das wichtigste ist, dass es uns gut geht, so gut wie möglich mit dem, was da ist.

Freitag, Juni 04, 2010

regen

Das Schöne am Regenwetter ist doch das hemmungslose Kuscheln in die Decken auf der Couch. Warte ja schon auf das öffentliche Gemaule wenn es mal wieder 3 Tage 30° hat.



Und: die Bäche und Flüsse werden jetzt schön langsam anschwellen... das Wasser kommt. Das ist ein Kommunikationsangebot. Pitsch-Patsch-Platsch.

Dienstag, Juni 01, 2010

ex

Durch den Besuch meines Ex-Mannes hab ich einen Flash-Back gehabt, wie es so mit ihm war. Es ist unglaublich, was frau so aushält. Und unter welchen Druck ich zeitweise existiert habe. Und das hab ich garnicht wahrgenommen damals, bzw. es einfach in Kauf genommen.



Es ist echt kein Wunder, dass ich das Risiko einer Beziehung nicht mehr eingehe. Und um es gleich klar zu stellen: es geht hier nicht um den "bösen" Mann, er ist selber doch auch nur .. ihr wisst schon.